Die spezialisierte Dysplasiesprechstunde in Hattingen für Patientinnen läuft in der Regel so ab:
1. Anamnese und Befundbesprechung mit dem Frauenarzt
Zu Beginn erfolgt ein ausführliches Gespräch mit der Gynäkologin über den vorliegenden Befund, zur bisherigen Krankengeschichte sowie zu eventuellen Beschwerden. Dafür werden Patientinnen gebeten, die Ergebnisse ihres letzten Pap-Tests (auch Pap-Abstrich genannt) sowie die Ergebnisse des HPV-Tests mitzubringen.
Patientinnen, die Blutverdünner einnehmen, müssen diese eventuell für die Untersuchung pausieren. Sie werden daher gebeten, das Praxisteam hierzu schon im Vorfeld anzusprechen.
2. Gynäkologische Untersuchung und Kolposkopie (Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses)
Anschließend wird eine sorgfältige gynäkologische Untersuchung durchgeführt und eine Untersuchung mit dem Kolposkop (Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses) vorgenommen. Mit der Abklärungsuntersuchung sollen Auffälligkeiten eindeutig diagnostiziert und mögliche Krebsvorstufen (Dysplasien) sichtbar gemacht werden.
Das Kolposkop, das bei der Untersuchung zum Einsatz kommt, ist ein spezielles Vergrößerungsgerät, mit dem die Betrachtung von Veränderungen besser möglich ist. Dank der modernen Ausstattung der Praxis mit einem Videokolposkop können Veränderungen auch gezeigt und erläutert werden.
Während der Untersuchung wird Essig (bzw. eine verdünnte Essigsäurelösung) – und ggf. auch Jod – auf Gebärmutterhals oder Vagina getupft, um Veränderungen besser sichtbar zu machen: Das Auftragen von Essig bewirkt, dass sich krankhaftes Gewebe (wie Krebsvorstufen oder durch die Humanen Papillomviren (HPV)-infizierte Bereiche) anders verfärbt als gesundes Gewebe. Dadurch können Auffälligkeiten gezielt sichtbar gemacht werden.
3. Gezielte Entnahme einer Gewebeprobe bei Bedarf
Sollten sich bei der Untersuchung Veränderungen zeigen, wird die Stelle lokal betäubt und dann ggf. eine oder mehrere kleine Proben entnommen und zur genauen Untersuchung in die Pathologie geschickt.
4. Beratung und weiteres Vorgehen
Nach der Untersuchung werden die Befunde erläutert und das weitere Vorgehen besprochen. Dies kann – ja nach Ergebnis – von einer engmaschigen Kontrolle bis hin zur Planung eines kleinen operativen Eingriffs (Konisation) als Therapie reichen. Das Ziel ist eine leitliniengerechte, schonende und individuell abgestimmte Behandlung für die Patientin.